Kniffliger als gedacht: Leitbleche am Schaltwerk wechseln

Wie vor ein paar Tagen berichtet, galt es die verbogenen Leitbleche des Schaltwerks auszutauschen.
Wird schon nicht so kompliziert sein. Standardmäßig vorher in Youtube nach einem DiY-Video gesucht. Nichts gefunden, aber was soll’s. Legen wir halt so los.

Eigentlich hätten die Alarmglocken losgehen müssen. Hatte mir das nicht kompliziert vorgestellt und ging deshalb wohl ein wenig blauäugig in die ganze Aktion.
Die Aktion hat sich dann aber doch kniffliger als gedacht herausgestellt.

Dass sich hinter den Leitblechen eine Feder verbergen musste, war klar. Woher sonst soll die Kettenspannung kommen. Aber wie ist diese befestigt und, noch wichtiger, wie bekomme ich diese Spannung nach dem Wechsel wieder hin?
Die Demontage war kein Problem:

  • Fahrrad umdrehen und auf Sattel/Lenker auflegen
  • Rad ausbauen
  • Schaltungsröllchen und inneres Leitblech entfernen ( mit 3mm-Innensechskant)

So weit, so gut und easy.
Jetzt ging es ans äußere Leitblech. Hier war klar, mit einem 4mm-Innensechskant muss die Achse gelöst werden. Also ran ans Werk und nach ein paar Umdrehungen war es auch schon zu hören: eine Feder entspannt sich schlagartig im Inneren.
Nach der Heftigkeit dieses Geräuschs war mir klar: der Zusammenbau wird nicht einfach …

Also die Achse voll gelöst und das Leitblech abgenommen. Und da ist sie auch schon zu sehen: eine kräftige Feder:

Schaltwerksfeder
Schaltwerksfeder

Zu erwähnen für Nachahmer: am Ende der Achse ist noch ein kleines Distanzstück. Fällt gerne runter oder bleibt in der Feder hängen.

Also alle Teile entfernt und ermittelt, wo die Feder eingehängt werden muss. Im Schaltwerk schön zu sehen:

  • Federaufnahme
  • Achse des Leitbleches

Nun also geht es an den Zusammenbau mit den neuen Leitblechen:

  • Achse aus altem Leitblech entfernen und in neues Leitblech einsetzen
  • Distanzstück aufsetzen
  • einfetten
  • Feder einfetten und in Aufnahme einsetzen. Es ist gut zu merken, wenn sich die Feder in der dafür vorgesehen Bohrungen befindet.
  • Leitblech mit Achse auf Feder aufsetzen, Feder in die im Leitblech vorgesehen Löcher einführen
  • Achse festschrauben.

Und jetzt? Woher kommt jetzt die nötige Spannung? Fehlanzeige. Keine Ahnung. Frustration. Mist.
Da muss es irgendeinen Trick geben. Wenn ich versuche, das Leitblech mit Feder zu drehen bevor ich festschraube, schaffe ich keine ganze Runde und die Feder entspannt sich immer schlagartig.
Mist. Was jetzt?

Also doch noch mal das Internet durchstöbert. Und siehe da: Shimano selbst stellt Anleitungen zur Verfügung.
Auf Seite 25, Punkt 6 ist der Trick gezeigt: der Anschlagstift am Leitblech kann entfernt werden. Dann lässt sich das Blech montieren, die Feder spannen und danach der Anschlagstift wieder anbringen. Eigentlich einfach. Wenn man es weiß.
Aber wie vermutet: die Feder hat Kraft. Man muss höllisch aufpassen, dass das Blech nicht zurück springt und auf die Finger.

Was mir dabei auffiel: über das kleine Distanzstück schweigt sich die Shimano-Anleitung aus. Habe sie trotzdem, so wie sie vorher drin war, wieder eingebaut.

Nun auch den Rest (Röllchen, inneres Leitblech) nach Anleitung wieder zusammengebaut.
Schaltung läuft wieder einwandfrei!
Bin zufrieden mit dem Ergebnis und dass ich nicht das komplette Schaltwerk ersetzen musste:

  • neue Leitbleche
  • neue Leitbleche

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