Ausprobiert: BMW R1250GS

Mein Motorrad ist bei der Jahresinspektion. Zur Überbrückung habe ich eine Leihmaschine erhalten. Es handelt sich dabei um eine neue BMW R1250GS, in der Sonderlackierung 40 Jahre GS, siehe Beitragsbild.

Ich kann nur sagen: tolles Motorrad. Aber irgendwie ist alles anders wie bei meiner GS. Man merkt die Generationenunterschiede erheblich. Eigentlich gleichen sie sich nur noch im Namen, beide haben 2 Räder und einen Motor.
Aber ansonsten hat sich vermutlich alles geändert:

  • Keyless-Ride: kein Zündschlüssel mehr, nicht mal mehr zur Betätigung des Lenkradschlosses. Sehr gewöhnungsbedürftig am Anfang.
  • TFT-Display statt Tacho, bedienbar über Knöpfe und Drehrad. Zwar intuitiv, aber von der Menge der Optionen wird man fast erschlagen
  • Sitzposition: genauso bequem, gefühlt aber etwas niedriger und aufrechter. Die Maschine hat man auf jeden Fall gut im Griff.
  • Elektronikspielereien: Heizgriffe, Sitzheizung, Fahrmodi, Tempomat, SOS-Knopf etc. Alles über das Display und die Menüknöpfe auswählbar und bedienbar. Am Beispiel Griffheizung lenkt das vom Verkehr ab. Bei meiner (Alt-)GS ist das 1 Knopf mit 2 Stufen. Fertig. Bei dieser hier muss man mit 1 Knopf das Auswahlmenü aufrufen, dann mit Drehrad die Intensität (in 5 Stufen) auswählen und wieder mit Druck nach rechts bestätigen. Deutlich aufwändiger und umständlicher. Und ich muss dazu aufs Display schauen. Blind geht da nichts.
  • Motor: wichtigster Aspekt. Der neue 1250er Motor hat richtig Kraft und geht richtig ab. Schöner Durchzug von unten raus. Und schön geradlinig. Anders als meine, bei der ab 3000 Umdrehungen nochmal ein richtiger Schub kommt.
    Aber trotzdem fehlt mir was. Nicht an Kraft, sondern an, ja an was eigentlich? Irgendwie ist mir der Motor zu geradlinig, zu weich. Schnurrt einfach vor sich hin, ohne Vibrationen und Regungen. Es sind wohl die Eigenarten eines Motors, die mir fehlen. Der Ruck beim Lastwechsel, die Vibrationen. Geht bei der neuen GS alles viel zu „smooth“. Ist aber vermutlich auch nur Gewohnheitssache.
  • Rückspiegel: sehen gut aus, aber das Sichtfeld ist klein. Müssen genau eingestellt sein, damit man den nachfolgenden Verkehr sieht.
  • Quickshifter: Schalten ohne Kupplung. Ich habe es probiert. Der Hype, der in Magazinen drum gemacht wird, erschließt sich mir nicht. Es ruckelt gewaltig beim Schalten, und gefühlt bin ich auch nicht schneller, als mit Kupplung. Suche immer noch nach dem Sinn dieses Fortschritts. Spare 1-2 Handbewegungen. Aber wozu?
  • Berganfahrhilfe/Feststellbremse: ein echt tolles Feature und ein echter Fortschritt. Endlich kann man an der Ampel kurz mit beiden Händen mal loslassen, ohne dass gleich auf einem Bein nach Gleichgewicht jongliert werden muss.

Trotz der Unterschiede gefällt mir die 1250er GS sehr gut. Vor allem auch in dieser Lackierung. Ein echt tolles Motorrad.
Gefährlich, da werden sofort Begehrlichkeiten wach. Also dann besser heute wieder zurückbringen und nicht mehr drüber nachdenken. Wäre ein zu teures Upgrade auf meine GS.

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