Neu besohlt geht es wieder auf Tour
Der neue Hinterreifen liegt ja schon eine Weile da, siehe Beitrag „Abgefahren„. Und das Wechseln war in den letzten Jahren eigentlich keine große Sache. Routine. Ab zum Kumpel mit seiner Reifenmaschine, draufziehen, weiterfahren, fertig. Aber wie das so ist: Am Ende wurde doch eine kleine Geschichte daraus.
Der alte Reifen war jetzt schlicht durch. Die im letzten Beitrag kalkulierten 600 km Restreichweite waren langsam ausgeschöpft. Kein Drama, aber eben auch nichts, womit man entspannt in den Mai starten will. Und der Mai steht ja bekanntlich vor der Tür – mit seinen langen Wochenenden, spontanen Touren und diesem Gefühl, dass die Saison jetzt wirklich losgeht. Also war klar: Der neue Gummi muss jetzt drauf, und zwar schnell.
Eigentlich war geplant, den Wechsel wie immer durchzuführen, innerlich schon den ersten Ride mit frischem Reifen vor Augen. Und dann – wie so oft – klappt’s natürlich nicht. Reifenmaschine steht weiter entfernt, wir bekommen keinen gemeinsamen Termin, zu viel los aktuell bei meinem Kumpel und mir.

Kurz kam dieses leichte Genervtsein auf. Man hat sich innerlich schon darauf eingestellt, und dann passt plötzlich nichts mehr. Nicht wegen des Kumpels, sondern weil ich selber zu naiv gedacht und geplant hatte.
Aber genau in solchen Momenten passieren oft die guten Dinge.
Aber wo jetzt rechtzeitig vor Mai noch wechseln? Über einen kleinen Umweg bin ich dann doch noch fündig geworden. Mir fiel eine Werkstatt ein, bei der ich früher mal Reifen gekauft hatte: die Olgagarage in Stuttgart. Kurzer Anruf, ob ich mit Rad und Reifen vorbeikommen kann. Bisschen Unmut, dass ich den neuen Reifen mitbringe und nicht dort kaufe. Verständlich. Und der nächste Reifen wird gleich dort gekauft. Versprochen.
Aber am Ende war alles schnell und unkompliziert – und vor allem: richtig sympathisch. Der Schrauber? Selbst GS-Fahrer. Da passt die Wellenlänge. Kein großes Erklären, kein unnötiges Gerede – einfach jemand, der versteht, worauf es ankommt.
Den Reifenwechsel hat er irgendwie zwischenreingeschoben, war schneller drauf als gedacht, alles sauber, alles entspannt. Und bei der Abholung noch ein paar gute Gespräche über Touren, Strecken und Frankreich, das sich neben der GS als gemeinsamer Sehnsuchtsort rausgestellt hat. Genau so wünscht man sich das.
Jetzt steht die GS wieder da, bereit. Frischer Hinterreifen, gutes Gefühl – und der Mai kann kommen.
Ein wenig zeitlicher Druck kam auf, weil sich direkt noch eine erste Mehrtagestour ergeben hat. Gar nicht lange geplant, eher so eine dieser spontanen Ideen, die plötzlich konkret werden. Ein paar Tage raus, einfach fahren, Kopf frei bekommen. Mehr braucht es ja oft gar nicht. Und das Ziel? Siehe Sehnsuchtsort oben: Frankreich. Geplant ist eine Mehrtagestour über ein langes Maiwochenende ins Elsass.
Die Tour im letzten Herbst hat soviel Spaß gemacht. Da muss ich nochmal hin.
Manchmal sind es genau diese ungeplanten Wendungen, die am Ende die besseren Geschichten schreiben.
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