Gardasee 2026

Wir haben es nach über 2 Jahren wieder geschafft, einen gemeinsamen Termin zu finden. Meine bewährten Mopedkumpels und ich haben uns 4 Tage im Juni 2026 freigeschaufelt.

Ein Frage war: wo soll es hingehen? Ein Ziel war schnell gefunden. Es sollte in Richtung Gardasee gehen. Sicheres Wetter, tolle Gegend und viele Kurven.

Die Frage, ob Etappenfahrt oder festes Hotel konnte auch schnell geklärt werden. Wir wählten ein festes Hotel, dafür eine lange An- und Abreise.
Unser Hotel war das Palace Hotel Citta in Arco, Link hier: https://www.palacehotelcitta.it/de/
Ein sehr zu empfehlendes Hotel, gute Bar und gutes Restaurant, ein sehr gutes und vielfältiges Frühstück. Die Motorräder standen auf dem kameraüberwachten Hotelparkplatz bestens. Es gab sogar einen Pool für die Abkühlung nach den Touren.

Inhaltsverzeichnis


Tourtag 1: Anfahrt

Über 500 Kilometer Anfahrt lagen vor uns. Autobahn wollten wir so kurz wie möglich halten. Aber bei 500 km kaum zu vermeiden. Wir trafen also schon um 7 Uhr zur Abfahrt bei Stuttgart und brachten die ersten 200 km bis ins Tannheimertal auf der Autobahn hinter uns. Damit blieb noch Zeit für die restlichen 300 Kilometer über Land.

Und ab Tannheim ging es los mit Kurven. Erst hinunter den Gaichtpass, dann durchs Lechtal und rauf auf‘s Hahntennjoch. Zwar alles bekannt, aber trotzdem immer wieder schön zu fahren.

Wieder unten in Imst konnten wir einen Gang rausnehmen. Wir lagen prima in der Zeit, haben daher getankt und Pause gemacht und sind gemütlich das nächste Teilstück, die Anfahrt durchs Ötztal zum Timmelsjoch angegangen.

Nach einer zünftigen Speckjause in Sölden ging es dann in das nächste Highlight des Tages: Timmelsjoch. Trotz eines Schönwettersamstags hielt sich der Verkehr in Grenzen.

Nach der Mautstelle beginnt der eigentliche Pass. Schöne Kurven, herrliche Ausblicke. Wir schrauben uns die Kurven hinunter Richtung Passeiertal und Meran. Es riecht nach Süden. Und in Meran dann nach vielen Autoabgasen. Schnell bringen wir also Meran hinter uns und schrauben uns die Berge wieder hoch. Gampenpass, Richtung Trentino. Letztes Teilstück. Val di Non, Dro-Tal. Es wird immer wärmer und wir drücken ein wenig auf die Tube. Wir wollen vor 18 Uhr ankommen, nicht übertreiben. Kurz vor Arco dann noch ein kurzer Halt bei einem Supermarkt. Getränke für den Folgetag.

Die Ankunft im Hotel verlief reibungslos. Parkplätze waren schnell gefunden, der Check-in gleich erledigt. Wir melden uns zum Abendessen an und nutzen die kurze Zeit bis dahin, um den Pool zu probieren.

Nach einem prima 3-Gänge-Menü lassen wir den Tag ausklingen. Natürlich nicht, ohne die Tour für den Folgetag zu bestimmen: es soll in die Lessinischen Berge gehen.

Anfahrt

Strecke: 523 km, 8:30h Fahrzeit

Highlights:

  • Hahntennjoch
  • Timmelsjoch
  • Val di Non

Tourtag 2: Lessinische Berge

8 Uhr Frühstück, 9 Uhr Abfahrt. Wie am Vortag ausgemacht klappt es pünktlich. Wir haben viel vor. 280 Kilometer auf kleinen kurvigen Sträßchen werden dauern. Und der Wetterbericht verspricht keine Abkühlung.

Wir starten Richtung Nago, nehmen noch den herrlichen Ausblick auf Torbole und den Gardasee mit, bevor wir uns in den Verkehr bei Nago begeben.
Zum Glück können wir diesen kurz danach wieder verlassen, als wir in Richtung Monte Baldo auf die Hochebene abbiegen. Es geht steil rauf bis auf die Passhöhe des Passo di San Valentino. Wir biegen links ab, wollen wir doch in Richtung Lessinische Berge und Etschtal.
Die Abfahrt ist ein erstes Highlight heute. Es geht hinunter wie in der Achterbahn „Wilde Maus“. Kurve reiht sich an Kurve, tolle Ausblicke.

Aber geht kurvig weiter. Nachdem wir das Etschtal kurz durchquert haben, nehmen wir die kleine SP211 als Auffahrt in die Lessinischen Berge. Eine grandiose Straße, mit vielen Haarnadelkurven. Diese sind zum Teil so eng und steil, dass der erste Gang notwendig wird.

Oben angekommen gönnen wir uns die erste Kaffeepause, bevor es auf den kurvigen Sträßchen weitergeht. Immer der Blick in Richtung Poebene geht es zügig voran. Wir fahren mittlerweile in Venetien, haben das Trentino verlassen. Wir kurven weiter entlang des Hangs, bis wir in Durlo Mittagspause machen.

Weiter geht es kurvig und man wünscht sich fast mal ein paar Kilometer gerade Strecke. Diese bekommen wir bei Recoaro Therme, bevor es auf den Passo Xon geht. Danach folgt ein flüssig zu fahrendes Teilstück Richtung Rovereto, das uns mit einer enormen Hitze empfängt.

DIe kurze Rückfrage, ob wir die letzten beiden Pässe, Passo Bondone und Santa Barbara, noch nehmen sollen oder abkürzen, ist schnell beantwortet. Natürlich fahren wir die noch. Zum Glück. Leer und toll zu fahren. Vor allem der Santa Barbara schraubt sich steil hinunter Richtung Arco.

Nach Poolpause gehen wir Abends nach Arco. Musikfestival im Ort und wir haben eine Empfehlung für eine gute Pizzeria. Was braucht es mehr. Der Abend endet gemütlich.

Lessinische Berge

Strecke: 262 km, 4:46 h Fahrzeit

Highlights:

  • Passo di San Valentino
  • Via Valle del Molini
  • Auffahrt SP211
  • Sella di Croce
  • Conca dei Parpari
  • Passo Gioiche
  • Passo Xon
  • Pian delle Fugazze
  • Passo Bordala
  • Passo Santa Barbara

Tourtag 3: Seenrunde

8 Uhr Frühstück, 9 Uhr Abfahrt. Hat sich bewährt. Heute geht es zu den kleineren Seen westlich des Gardasees. Die ursprünglich geplante Tour haben wir etwas eingekürzt auf 225 km. Zum Glück, es wird wieder warm.

Die Tour beginnt auf breiteren Straßen, vorbei an Tennosee und über den Passo del Ballino. Nach kurzer Überbrückung geht es in Lodrone rechts ab, Ziel Passo Maniva. Die Straßen werden schmaler, steiler und kurviger. Prima.
In Bagolino machen wir Pause, bevor es auf den Passo Maniva geht. Wenig Verkehr, beeindruckende Landschaft.

Kleine kurvige Straßen charakterisieren auch den nächsten Pass, den Passo del Termine. Wir schrauben uns durch die Landschaft und genießen jede Kurve.

Aber geht noch kleiner und schmaler. Der Passo Fobbia ist ein echtes kleines Juwel. Hoffentlich kommt niemand entgegen auf den kleinsten Sträßchen. Sind wir noch auf der Straße oder schon auf einem Wanderweg? Die Grenzen verschwimmen. Plötzlich stehen wir vor einer Kirche, Santuario della Madonna del Rio Secco. Und nun, Sackgasse? Rechts ein Torbogen. Geht es da weiter? Ja. Wir fahren hindurch und es geht weiter hinunter. Ein paar Kilometer weiter stoßen wir auf die Abfahrt des Passo San Rocco, der wir bis Idro folgen. Eine letzte Pause direkt am See, dann geht es auf das letzte Teilstück zurück nach Arco. Vorbei am Ledrosee und hinunter nach Riva. Der Pool ruft, es ist brütend heiß.

Der Abend ist schnell erzählt: die Pizzeria des Vorabends hatte noch etliche weitere Pizzen im Angebot. Da mussten wir nochmal hin. Und der nächste Tag wird wieder lang.

Seenrunde

Strecke: 225 km, 4:20h Fahrzeit

Highlights: Kurven und kleine Sträßchen

  • Sella di Bondo
  • Giogo del Maniva
  • Passo del Santellone
  • Passo del Termine
  • Passo Fobbia
  • Passo dell’Ampola

Tourtag 4: Heimfahrt

Es geht wieder heim. Und viele Routenalternativen bleiben nicht, wenn man die Strecke mit wenig Autobahn und an einem Tag hinter sich bringen will. Wir entscheiden uns wieder für die Variante über das Timmelsjoch. Allerdings mit abweichender Strecke im Vergleich ur Anfahrt. Wir fahren entlang des Molvenosees. Landschaftlich sehr reizvoll. Nach dem Val di Non fahren wir über das Ultental nach Südtirol.

Meran begegnet uns wieder als extrem heiß und wir geben GAs, um schnell Richtung Timmelsjoch zu kommen. An einem Dienstag ist die Auffahrt nicht zu sehr befahren und wir kommen gut voran. Die Auffahrt von der italienischen Seite ist herrlich zu fahren. An der Mautstelle machen wir Mittagspause, bevor es durch das Ötztal weitergeht. Am Ende des Tals entscheiden wir, einen angedachten Schlenker über Garmisch, Kloster Ettal und Plansee auszulassen und wieder über Hahntennjoch heimzufahren. Eine gute Entscheidung. Es ist brütend warm und wir haben noch genügend Kilometer vor uns.

Das Hahntennjoch begegnet uns verkehrsfrei. Wir fahren in zügigen Schwüngen nach oben und hinab ins Lechtal. An der Grenze tanken wir nochmal, bevor es über Oberjoch wieder auf die Autobahn geht. Jetzt noch stupide 2 Stunden bis Stuttgart, dann geht die Tour zu Ende.

Wir kommen müde, aber zufrieden in Stuttgart an. Heimfahren, abladen, aufräumen.

Heimweg

Strecke: 532 km, 8:25h Fahrzeit

Highlights:

  • Molveno See
  • Ultental
  • Timmelsjoch
  • Hahntennjoch

Fazit

Mehr als 1500 Kilometer, die wir, mit Ausnahme der Autobahnstrecken, auf jedem Meter genossen haben. Nicht einen Tropfen Regen abbekommen, viele kleine Straßen und Kurven unter die Reifen genommen und eine hervorragende Unterkunft gehabt. Die Region um den Gardasee hat gehalten, was wir uns davon versprochen hatten.
Die Messlatte für kommende Touren ist um einiges nach oben gewandert. Aber die Region bleibt definitiv eine Reise wert.

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