Baustellen-Frust
Nach Wochen mit weniger Training konnte ich endlich wieder besser durchstarten. Aber egal, welche Trainignsrunde ich angehe, überall stehe ich vor Sperrungen. Aktuell fühlt es sich da draußen auf den Straßen an, als hätte das Straßenbauamt ein persönliches Problem mit mir.
Egal ob ich mich nach Norden, Süden, Osten oder Westen aufmache: Gefühlt jede meiner festen Trainingsrouten ist aktuell dicht. Und bei einigen Baustellen ist manchmal nicht ersichtlich, was überhaupt gemacht wird. Gesperrt, einfach so.
Das Beitragsbild habe ich daher von KI generieren lassen. Eine Sperre irgendwo im Nirgendwo, wegen „Nichts“. Aber genau so fühle ich mich aktuell.
Das Umleitungs-Lotto: Schilderwald vs. Nirgendwo
Dabei ist die Qualität der Absperrungen ein echtes Erlebnis für sich. Man kann das Ganze grob in zwei Kategorien einteilen:
- Die Alibi-Umleitung: Es gibt Schilder. Gelbe, provisorische Pfeile, die dich über drei Ecken und einen üblen Schotterweg lotsen. Schön, dass sich jemand Mühe gegeben hat, aber mein Zeitmanagement – und meine Rennradreifen – sagen danke für nichts.
- Das Bermudadreieck: Du stehst plötzlich vor einer Absperrung. Keine Schilder und kein Hinweis vorab. Bereits ein paar Kilometer gefahren und dann einfach nur das Ende der Welt. Wer hier nicht umdrehen will, muss zum Cyclocross-Profi mutieren und sein Bike geschmeidig über Hügel aus Mutterboden tragen oder verbotswidrig durch die Baustelle fahren.
Ich will ehrlich sein: Im Moment fühle ich mich gerade absolut eingesperrt. Radfahren bedeutet für mich Freiheit. Einfach rollen lassen, den Kopf freibekommen, nicht nachdenken müssen. Wenn man aber alle fünf Kilometer abrupt gestoppt wird, mutiert das Training eher zum mentalen Stresstest. Die gewohnte Routine? Komplett eingeschränkt. Zeitmanagement? Vergiss es.
Die Komfortzone brennt – und das ist eigentlich… gut?
Nachdem ich neulich zum x-ten Mal fluchend vor einem Bauzaun stand, musste ich kurz durchatmen. Und genau da kam der Gangwechsel im Kopf.
Ja, der Baustellen-Wahnsinn nervt. Aber er zwingt mich auch zu neuen Routen. Sind wir mal ehrlich: Wie oft fahren wir aus reiner Bequemlichkeit exakt dieselbe Schleife? Wir kennen jedes Schlagloch, jede Kurve, jeden Anstieg. Das ist zwar effizient fürs Training, aber irgendwann auch ein bisschen eintönig.
Gezwungenermaßen klicke ich mich jetzt wieder durch Komoot und Strava, suche nach Alternativen und biege einfach mal auf Verdacht in Wege und Straßen ab, die ich jahrelang ignoriert habe. Das ist eigentlich gut und bringt wieder Abwechslung ins Training. Und ein paar davon werden auch in zukünftige Trainingsrunden einfließen.
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