Bikes 2024
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Ausgebremst – mal wieder

Wer kennt es nicht: Der Trainingsplan steht, die Motivation glüht heißer als eine frisch gebremste Carbonfelge und eigentlich sollte heute eine 2-stündige Ausfahrt auf dem Programm stehen. Doch statt brennender Waden gibt es brennende Deadlines im Büro und statt der Ausfahrt im Sonnenuntergang warten zu erledigende Themen im familiären Terminplan, der dich enger einschnürt als ein zu kleines Radtrikot. Ausgebremst.

Es ist dieses frustrierende Gefühl, ausgebremst zu werden, noch bevor man überhaupt den ersten Klick in die Pedale gemacht hat. So gut war ich die letzten Wochen unterwegs, richtig gut die Motivation, alle Trainingswerte hatten einen Aufwärtstrend. Ein Rückschlag für die Saison.

Alltag vs. Training

In der Theorie ist Radsport einfach. In der Praxis ist das Leben oft der härteste Anstieg, den man sich vorstellen kann. Da ist dieser ständige Spagat zwischen:

  • Beruflichem Druck: Wenn das Meeting mal wieder länger dauert und die „schnelle Runde vor Feierabend“ im fahlen Licht der Schreibtischlampe verpufft.
  • Familiären Verpflichtungen: Man will da sein, man will unterstützen – aber ein Teil von einem schielt wehmütig aus dem Fenster, während das geliebte Bike im Keller Staub ansetzt.

Das Bedauern ist real. Es ist nicht nur die verlorene Form, sondern mehr der Verlust dieses Gefühls von Freiheit. Wenn das Training zur bloßen Wunschvorstellung wird, fühlt sich jeder Tag ohne Sattelzeit wie ein verlorener Kilometer an.

Wenn der Kopf die Kette blockiert

Doch das Erstaunliche – und fast schon Erschreckende – passiert oft dann, wenn sich die Lücke im Terminkalender doch einmal auftut. Man sitzt endlich im Sattel, die Straße liegt vor einem, aber der Motor stottert.

Nicht, weil die Beine leer sind, sondern weil der Kopf noch im Büro oder beim Familienthema steckt.
Kennst du das? Du trittst in die Pedale, aber deine Gedanken kreisen um die To-do-Liste von morgen. Du versuchst, Druck aufzubauen, aber mental bist du noch mit dem Kopf gegen die Wand am Diskutieren. Man fühlt sich innerlich ausgebremst, obwohl der Weg frei ist. Die mentale Last wiegt schwerer als jeder 15-Prozent-Anstieg.
Irgendwo hatte ich mal folgendes gelesen:

„Radsport findet zu 50% in den Beinen statt – und zu 50% in dem Raum zwischen den Ohren. Wenn dort oben die Bremse gezogen ist, hilft auch die beste Schaltung nichts.“

Was bleibt?

Vielleicht ist die Lektion in solchen Phasen nicht der neue Strava-Rekord, sondern die Akzeptanz. Akzeptanz, dass ich kein Profi bin, der für das Radfahren bezahlt wird, sondern ein einfacher Enthusiast, der das Leben drumherum jonglieren muss.

Aktuell geht eben nicht mehr. Und das ist okay. Auch wenn es verdammt weh tut, das Rad öfter stehen zu lassen, als mir lieb ist. Ich warte auf das nächste Fenster, in dem der Kopf frei ist und die Straße mir gehört – ganz ohne unsichtbare Bremse.


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